Let’s talk

Über Rückenfett, Bauchspeck & Co.

Part I

Ich habe Zeit meines Lebens an mir rumgemeckert und immer etwas gefunden, was nach meiner Ansicht nicht schön genug ist. Das fing tatsächlich schon als Kind an. Der Babyspeck hat sich etwas hartnäckiger gehalten und schon in der Grundschule schämte ich mich dafür, etwas pummeliger zu sein als andere Kinder. Ich möchte an dieser Stelle kurz sagen, dass meine Eltern mir immer das Gefühl gegeben haben ganz wunderbar zu sein, so wie ich bin und dass sie mit ihrer Erziehung den Meilenstein dafür gelegt haben, eine selbstbewusste junge Frau zu sein. Aber dennoch beschloss mein kompliziertes Köpfchen schon damals, dass ein paar Selbstzweifel sein müssen und die wurden eben auf mein Bäuchlein fokussiert. Ich verglich mich mit meinen Mitschülerinnen, die viel sportlicher waren als ich und hatte regelrecht Angst vorm Sportunterricht, weil ich fürchtete, dass sich die anderen Kinder über das Pummelchen lustig machen würde. Das ist nicht einmal passiert. Und trotzdem festigten sich die Gedanken um die „Figurprobleme“.

Naja, Gott sei Dank ist man in der Grundschule noch nicht ausgewachsen. Mit dem nächsten Wachstumsschub glich sich die Figur an und es folgte eine kurze – und ich spreche hier wirklich von sehr kurz – Phase der Zufriedenheit. Ich kann mich an einen Winter erinnern, in dem ich mir meine erste Miss Sixty Jeans (omg Miss Sixty!) gekauft hatte und darin einen richtig schönen Knackpo hatte. Die Phase war leider schnell vorbei. Denn im Laufe der Pubertät legte mein Körper sich ein paar nette kleine Rundungen an und das gefiel mir gar nicht. Erst recht am Bauch hatte nach meiner Vorstellung keine Rundung überhaupt auch nur irgendetwas zu suchen. Schließlich wollte ich doch so einen tollen flachen Bauch à la Britney oder X-Tina haben. Naja, aber leider hatte ich es auch immer noch nicht so sehr mit der Sportlichkeit. Ich versuchte mich ein bisschen ans Joggen und habe versucht so viele Strecken wie möglich mit dem Fahrrad zu fahren. Und sogar die ein oder andere Fitness DVD ist in meiner persönlichen Videothek gelandet. Wöchentlich lag ich zusammen mit Barbara Becker auf dem Wohnzimmer-Boden und quälte mich durch ihr Pilates-Programm. Sie verbog sich in ihrem Garten in Florida leichtfüßig wie eine Elfe. Ich polterte wie ein Elefant durch unser Wohnzimmer und fragte mich, wie um Himmels Willen man seinem Körper diese Verrenkungen antun kann.

Viel gebracht hat leider nichts davon. Und so verbrachte ich meine Sommer überwiegend im Garten meiner Eltern und nicht wie all meine Freunde am Strand. Damals war das für mich okay, weil ich einfach nur froh war, mich nicht im Bikini zeigen zu müssen. Ein Badeanzug ging ohnehin nicht. Wer trug schon sowas?! Jetzt, im Nachhinein, finde ich es schon etwas traurig. Ich hatte das Privileg, am Meer aufwachsen zu dürfen, und habe diese eigentlich unbeschwerten Jahre, in denen man einfach Zeit hatte, um an den Strand zu gehen, nicht genutzt. Weil ich mich so sehr auf Oberflächlichkeiten fokussiert hatte. Weil ich mir falsche Ideale gesetzt hatte und noch nicht verstand, worauf es wirklich ankommt.

Kennt ihr diese Negativspiralen? Hinterlasst mir gerne einen Kommentar. Mehr zum Thema gibt es nächsten Sonntag.

xx – C

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